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| Menschenschinder oder Manager: Psychopathen bei der Arbeit
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Nicht jede Persönlichkeitsstörung lässt sich in Assessments erkennen
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Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Menschenschinder oder Manager: Psychopathen bei der Arbeit (Gebundene Ausgabe) Wenn das FBI Serienmörder oder Terroristen ausfindig machen will, nimmt es nicht selten die Dienste von Robert D. Hare in Anspruch. Denn unter Psychologen gilt er als Experte für Psychopathen. Nun legt er mit dem Arbeits- und Organisationspsychologen Paul Babiak zusammen ein Buch vor, das die Psychopathen in den Teppichetagen näher unter die Lupe nimmt. Doch was heisst schon Psychopath, wenn sich die Jugendlichen diesen Begriff auf dem Schulhof zuwerfen? Grob gesagt ist es eine veraltete Bezeichnung für Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung, unter denen die Umwelt zu leiden hat. Ein vager Begriff. Doch selbst wenn die Autoren davor warnen, nach der Lektüre ihres Buches gleich jeden Mitmenschen und Vorgesetzten zu diagnostizieren, erhält der Leser einen anschaulichen Eindruck, welche Charaktereigenschaften Psychopathen eigen sind.
Das Bild des Psychopathen entsteht beim Leser auf dreifache Weise: Durch die fiktive Erzählung von Dave, die sich als roter Faden durch Buch zieht, durch reale Fallgeschichten und durch verständlich beschriebene Theoriemodelle. Und indem die Autoren auf ein Happyend verzichten und den widrigen Dave am Schluss aufs Siegerpodest steigen lassen, zeichnen sie die Wirklichkeit der Arbeitswelt nach. Um dieses Drama noch zu verstärken, ist das Buch auch als Drama in fünf Akten gegliedert. Das ist geschickt gemacht, weil dem Leser so auch vorgeführt wird, welche Kulissen, Requisiten und Nebenfiguren es braucht, damit der böse Held siegen kann. Denn ohne Mitspieler keine Täter. Zu den Tätern gehören aber auch oft die Menschen in Personalabteilungen. Ihnen reden die Autoren besonders ins Gewissen. Denn sind die Psychopathen erst Mal im Haus, lassen sie sich so schnell nicht mehr vertreiben. Schliesslich sind die Meister in der Kunst des Manipulierens und Täuschens. Besser ist es demnach, sie möglichst früh zu orten.
Schwankend, ob ich dem Buch fünf oder vier Sterne erteilen sollte, entschied ich mich für den Abzug. Und zwar aus zwei Gründen: Mir fehlte eine Bildungsreise ins Gebiet der Verhaltenspsychologie und mir fehlte auch eine modernere Differenzierung von Persönlichkeitsstörungen. Als Leser möchte ich mehr Anhaltspunkte, weshalb Psychopathen kein Gewissen haben. Denn schliesslich gibt es zu dieser Frage interessante Antworten von Emotionspsychologen und Neurowissenschaftlern. Und ich möchte auch wissen, was wohl dazu führte, dass ich mein eigenes psychopathisches Potenzial zügeln konnte, was der widrige Karrieremensch mit mir zu tun hat und was aus weniger karrieregeilen und gescheiten Psychopathen wird.
Mein Fazit: Für mich war die Lektüre dieses aussergewöhnlichen Buches ebenso faszinierend wie erschreckend. Und was die Autoren zum Thema Früherkennung von Psychopathen meinen, stärkt meinen Glauben, dass in den Köpfen von Personalverantwortlichen noch immer Ideen herumgeistern, die mit dem realen Wesen des Menschen herzlich wenig zu tun haben. Ein starkes Buch. Ich hoffe nur, dass es die richtigen Leser erreicht und sensibilisiert.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 27. April 2007 | | | | | | | |
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