Eine Bilanz, ein Paradigmen-Angebot und eine Anleitung,...
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Rezension bezieht sich auf: Bildung: Ein Essay (Gebundene Ausgabe) Herr Harmut von Hentig schrieb dieses Buch, weil für ihn Bildung nicht nur wichtiger als der „Jäger 90", die Schwebebahn und der Ausbau des Autobahnnetzes sei, sie ist auch wichtiger als die uns gewohnte Veranstaltung Schule. Seine Antwort auf die behauptete oder tatsächliche Orientierungslosigkeit heißt Bildung - nicht Wissenschaft, nicht Information, nicht die Kommunikationsgesellschaft, nicht moralische Aufrüstung, nicht Ordnungsstaat, nicht ein Mehr an Selbsterfahrungen und Gruppendynamik und nicht die angestrengte Suche nach Identität.

Von Hentigs Anliegen ist, dass sein Gegenstand „Bildung" mir zunächst nackt und bloß erscheint, unverhüllt „durch den Kult ihrer Priester und den Hohn ihrer Verächter, ein Findling, der Neugier und Nachdenklichkeit weckt, ein Begriff, den man erst bilden muss, nicht heraushauen aus dem Gestrüpp von Dogmatik und Polemik". Dem Autor gelingt es dann, dem Begriff „Bildung" Kleidung anzupassen, die schützt, zweckmäßíg und am Ende sogar schmückend genannt werden darf. Dieses Vorhaben vollzieht der Autor in 5 Abschnitten:

Zuerst stellt er sich die geläufigen Fragen nach den Bildungsgegenständen und -gütern, den Bildungsmustern und -verfahren, dem leitenden Menschenbild und dem Bildungsideal. Fragen, „die wir zu fragen" pflegen, im doppelten Sinne des Wortes.

Dann geht er auf notwendige Klärungen ein, ein Versuch, Bildung in einfache Elemente auseinanderzulegen.

Im dritten Abschnitt wagt er sich an mögliche Maßstäbe heran, an denen sich Bildung beweisen und bewähren muss.

Im Abschnitt 4 führt H. von Hentig eine Reihe von geeigneten Anlässen an, Quellen und Mittel einer Bildung, die den genannten Maßstäben genügen wird.

Der letzte Abschnitt befasst sich mit den wünschenswerten Folgerungen für die gegenwärtige Schulpraxis, vornehmlich die Unterrichtsfächer.

Sein Schlusswort ist sogleich ein Anfang.

Auf jeden Fall spricht Hartmut von Hentig dagegen, dass Schule in der Rolle einer Belehrungs-, Prüfungs- und Berechtigungsanstalt abgleitet und die von ihr zu erwartende zivilisierende Wirkung immer weniger erreicht. Er möchte allerdings auch keine Schule, die ausschließlich Sozialpädagogik vertritt und praktiziert. Denn aus beiden Schultypen werden keine Menschen hervorgehen, die sich zutrauen die Verhältnisse zu beurteilen und zu verändern. Ich bin davon überzeugt, dass mit Hilfe dieser Veröffentlichung Schule neu gedacht werden wird.

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis: - Geläufige Fragen - Notwendige Klärungen - Mögliche Maßstäbe - Wünschenswerte Folgen

Dr. Karl-J. Kluge
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 4. Februar 2001
Kundenrezensionen:
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